Grüner Tee hilft bei Chorea Huntington
dreamstime_140834_sm.jpg Grüner Tee kann die Entstehung der Eiweißablagerungen bei der unheilbaren Krankheit Chorea Huntington verringern.

Grüner Tee verringert Plaque-Bildung bei Chorea Huntington, das berichtet Dagmar Ehrnhöfer, Mitglied einer Forschungsgruppe am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin Berlin-Buch in der Zeitschrift Human Molecular Genetics (2006; 15 (18): 2743-2751).

Der Name der Erkrankung geht auf den amerikanischen Arzt George Huntington zurück, der sie 1872 als Erster beschrieben hat. Chorea Huntington gehört mit Alzheimer und Parkinson zur Familie der neurodegenerativen Leiden und gilt als genetisch bedingte, unheilbare Krankheit, die mit einer Häufigkeit von 1 zu 15.000 auftritt. In Deutschland sind derzeit 8.000 Fälle bekannt, in den USA 30.000. Erbt ein Kind ein mutiertes Huntington-Gen von einem betroffenen Elternteil, bricht die Krankheit unweigerlich meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr aus. Dabei gehen zunehmend Nervenzellen in den Hirnarealen zugrunde, die für Bewegung, Gedächtnis und Gefühl zuständig sind. 10 bis 30 Jahre nach Ausbruch führt Chorea Huntington zum Tod.

Die Forscher konnten im Reagenzglasversuch zeigen, daß die Substanz Epigallocatechin-3-gallate (EGCG), die aus Grünem Tee gewonnen wird, zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Verklumpung des Huntington-Proteins bremst. Auch reduzierte sich der Vergiftungsgrad von Zellkulturen. Bei transgenen Fliegen, die das Huntington-Gen tragen, verbesserte sich außerdem die Beweglichkeit, wenn sie mit der Grünen Tee-Substanz gefüttert wurden. Die Wissenschaftler hoffen, daß die neuen Forschungsergebnisse Ausgangspunkt für die Entwicklung einer medikamentösen Therapie für Chorea Huntington und verwandte Krankheiten sein können.
Quelle: Abstract in Human Molecular Genetics, http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=25618

 
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